Bau-Kompass Büdelsdorf
Orientierung für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung
Mit dem Bau-Kompass hat die Stadt Büdelsdorf einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für Bauvorhaben und städtebauliche Planungen entwickelt. Er bündelt die wichtigsten Ziele der Stadt und zeigt, welche Aspekte bei der Entwicklung und Beurteilung von Bauvorhaben eine besondere Rolle spielen.
Der Bau-Kompass basiert unter anderem auf dem Ortsentwicklungskonzept, dem Integrierten Klimaschutzkonzept und weiteren kommunalen Zielsetzungen.
Der Bau-Kompass macht auf einen Blick deutlich, worauf es der Stadt beim Bauen ankommt: Bestehendes soll möglichst erhalten und weiterentwickelt, Flächen sollen sparsam genutzt, Grün gefördert und Ressourcen geschont werden. Gleichzeitig geht es um eine klimaangepasste Stadt, eine umweltfreundliche Mobilität und eine soziale und für alle zugängliche Stadtentwicklung.
Die Grafik bringt diese Grundsätze auf kurze, einprägsame Formeln:
- Holz vor Stein
- Grün vor Grau
- Abkühlung vor Aufheizung
- Hydration vor Hochwasser
- Regenerativ vor fossil
- Rad vor Auto
- Barrierearm vor ausgrenzend
- Sozial vor elitär
- Klein vor groß
- Innen vor außen
- Flächensparend vor flächenintensiv
- Alt vor neu
Diese Leitgedanken bilden den Kompass für die weiteren Überlegungen. Sie wurden aus den fünf zentralen Themenfeldern Flächenschutz, Ressourcenschutz, Klimafolgenanpassung, Mobilitätswende und soziale Teilhabe abgeleitet und in konkrete Leitsätze für Bauvorhaben und städtebauliche Planungen übersetzt.
Der Bau-Kompass ist dabei kein zusätzliches Baurecht und kein starres Regelwerk. Er macht vielmehr die städtebaulichen Ziele der Stadt transparent und gibt Orientierung bei der Planung und Bewertung von Bauvorhaben.
Die folgenden Bereiche geben einen näheren Einblick in die Ziele, die Anwendung und die Bedeutung des Bau-Kompasses geben.
Was sind die Ziele des Bau-Kompasses?
Der Bau-Kompass konzentriert sich auf fünf Themen, die für die zukünftige Entwicklung Büdelsdorfs von besonderer Bedeutung sind:
- Flächenschutz
- Ressourcenschutz
- Klimafolgenanpassung
- Mobilitätswende
- Soziale Teilhabe
Aus diesen fünf Themen wurden zwölf übergeordnete Leitgedanken – sogenannte Credos – entwickelt. Aus ihnen wurden konkrete Leitsätze für Bauvorhaben und städtebauliche Planungen abgeleitet. Die Leitsätze bilden damit den Kern des Bau-Kompasses.
Für welche Vorhaben gilt der Bau-Kompass?
Der Bau-Kompass betrachtet drei Bereiche:
Städtische Bauprojekte:
Bei eigenen Bauvorhaben der Stadt – beispielsweise bei Neubauten, Sanierungen oder Tiefbaumaßnahmen – sollen die Leitsätze möglichst umfassend berücksichtigt werden.
Städtebauliche Planungen:
Bei der Aufstellung oder Änderung von Bebauungsplänen und anderen städtebaulichen Planungen dienen die Leitsätze als Orientierung für die zukünftige Entwicklung.
Bau-Turbo-Vorhaben:
Bei bestimmten privaten Wohnungsbauvorhaben kann die Zustimmung der Gemeinde erforderlich sein. Auch bei der Beurteilung dieser Vorhaben können die Leitsätze des Bau-Kompasses berücksichtigt werden.
Welche Bedeutung hat der Bau-Kompass für private Bauvorhaben?
Der Bau-Kompass ist kein zusätzliches Regelwerk für private Bauherren. Er schafft daher keine eigenständigen baurechtlichen Verpflichtungen.
Er zeigt jedoch, welche städtebaulichen Ziele der Stadt Büdelsdorf bei der Entwicklung des Stadtgebietes wichtig sind. Diese Ziele können insbesondere dann eine Rolle spielen, wenn die Stadt über die planungsrechtliche Zulässigkeit eines Vorhabens mitentscheidet oder eigene planerische Entscheidungen trifft.
Für Bauherren und Planende kann der Bau-Kompass deshalb bereits in einer frühen Planungsphase eine hilfreiche Orientierung sein.
Wie werden die Leitsätze angewendet?
Die Leitsätze werden nicht schematisch oder isoliert angewendet. Bei jedem Vorhaben sind die gesetzlichen Vorgaben sowie die konkreten örtlichen Gegebenheiten und das jeweilige Planungsziel zu berücksichtigen.
Insbesondere bei der Bauleitplanung müssen unterschiedliche öffentliche und private Belange gegeneinander abgewogen werden. Nicht jeder Leitsatz kann daher bei jedem Vorhaben gleichermaßen berücksichtigt werden.
Der Bau-Kompass dient vielmehr dazu, die städtebaulichen Zielsetzungen der Stadt frühzeitig sichtbar zu machen und in die jeweiligen Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
Woher kommen die Ziele und Leitsätze?
Die Inhalte des Bau-Kompasses knüpfen an bereits bestehende gesetzliche und kommunale Grundlagen an.
Dazu gehören insbesondere:
- das Ortsentwicklungskonzept,
- das Integrierte Klimaschutzkonzept,
- das digitale Zielmanagementsystem,
- bestehende städtebauliche Planungen sowie
- die jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben.
Der Bau-Kompass führt diese unterschiedlichen Grundlagen zusammen und überträgt sie auf die konkreten Fragestellungen rund um das Thema Bauen.
Ist der Bau-Kompass verbindlich?
Nein. Der Bau-Kompass ist weder eine Satzung noch eine eigenständige Rechtsgrundlage.
Die darin enthaltenen Leitsätze sind als Orientierungs- und Entscheidungsgrundlage zu verstehen. Bei städtischen Bauvorhaben stellen sie eine Selbstbindung der Stadt dar. Bei städtebaulichen Planungen und bei der Beurteilung bestimmter privater Vorhaben dienen sie als Orientierung für die kommunale Planung und Entscheidungsfindung.
Die gesetzlichen Vorgaben und die Prüfung des jeweiligen Einzelfalls bleiben maßgeblich.
Wie wird der Bau-Kompass weiterentwickelt?
Der Bau-Kompass soll regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt werden. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, veränderte kommunale Zielsetzungen oder neue Erkenntnisse können dabei berücksichtigt werden.
Was hat der Bau-Kompass mit dem Bau-Turbo zu tun?
Der Bau-Turbo ist ein eigenständiges gesetzliches Instrument zur beschleunigten Umsetzung bestimmter Wohnungsbauvorhaben.
Bei bestimmten Bau-Turbo-Vorhaben ist die Zustimmung der Gemeinde erforderlich. Für die Beurteilung dieser Vorhaben können die städtebaulichen Ziele und Leitsätze des Bau-Kompasses als Orientierung herangezogen werden.
Sie planen ein entsprechendes Vorhaben?